Das Teleskop in Arecibo und die Suche

telekop Das grösste Radioteleskop der Welt, ist auch gleich dasjenige, das für die Berkeley SETI-Suche benutzt wird: das Arecibo Radio Teleskop im Nordwesten von Puerto Rico, in der Nähe der Stadt Arecibo. Das Teleskop ist ein nicht schwenkbarer, sphärischer Reflektor mit einem Durchmesser von 305 Metern, der in ein natürliches, schüsselförmiges Karsttal eingelassen ist. Um eine Vorstellung davon zu bekommen wie gross die "Schüssel" ist: man müsste den Inhalt von 10 Milliarden Müsli-Schalen reinkippen, um die Reflektorschüssel bis zum Rand aufzufüllen! Die Schüssel reflektiert und bündelt die schwachen Himmelssignale in den Empfangsantennen, die sich rund 137 m über dem Boden befinden. Da der Reflektor nicht geschwenkt werden kann, sind die Empfangsantennen an einer bogenförmigen Schiene befestigt. So können alle Objekte in einem Umkreis von 20 Grad ab dem Zenit erfasst werden. Dieser bogenförmige Azimut-Arm ist seinerseits an einer kreisfömigen Konstruktion befestigt, die mit langen Drahtseilen von drei Trägergestellen gehalten wird. Daher können die Antennen ein Objekt (aufgrund der Erdrotation) verfolgen, während es den Himmel "durchquert". Diese beiden Bewegungen ermöglichen es dem Teleskop einen relativ grossen Bereich des Himmels zu durchsuchen.

telekop Der "Gregorian Fokus" befindet sich innerhalb der Kuppel. Die speerähnliche Struktur links vom Dom ist der Verteiler (line feed) Das Teleskope verfügt über zwei Haupt-Antennen-Systeme: SETI@home's Verteiler (line feed) und der riesige kuppelförmige "Gregorian" Fokus. Die "gregorianische Kuppel" wurde erst vor nicht allzu langer Zeit am Arecibo Observatorium installiert. Innerhalb der Kuppel befinden sich ein sekundärer und ein tertiärer Reflektor, die die Radio-Signale präziser an die Detektoren weiterleiten. Obwohl die Kuppel auf den Fotos ziemlich klein aussieht, hat sie in Tat und Wahrheit einen Durchmesser von rund 25,9 Metern!

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Die Frequenzen rund um 1'420 MHz sind aufgrund ihrer Nähe zum "Wasserloch" besonders interessant. Weil dieser Spektrumsbereich für die Radio-Astronomie von solcher Bedeutung ist, ist es niemandem gestattet Nachrichten auf 1420 MHz bis 1427 MHz zu übermitteln - dies wurde durch ein internationales Abkommen vereinbart. Wegen dieses Verbots, ist dies ein besonders leiser Spektrumsbereich. Sehen wir näher an, was das eigentlich bedeutet.
Wonach genau suchen wir? Wie zuvor erwähnt, wäre es für eine ausserirdische Rasse (die von uns entdeckt werden möchte) am effizientesten, wenn sie ihre gesamte Radio-Energie darauf verwenden würde, ein Signal auf einem sehr schmalen Frequenzspektrum zu übermitteln. Wenn man über einen schwachen Radioempfänger verfügt, der nur breite Frequenzbereiche erkennt, werden die Signale, die auf einer schmalen Bandbreite übertragen werden, von den vielen unerwünschten Signalen (Hintergrund-Geräuschen) übertönt - selbst wenn das Signal sehr stark ist.

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Stellt euch eine Person vor, die in einer riesigen, lärmenden Menschenmenge laut pfeifft. Das Pfeiffen hat eine ganz spezifische Frequenz oder Tonlage. Wenn ihr aber nur eure Ohren benutzen würdet, die darauf eingestellt sind, eine breite Palette von Tönen wahrzunehmen, so würde der Lärm der Menge das Pfeiffen übertönen. Was wäre aber, wenn eure Ohren darauf eingestellt wären, nur pfeiffende Geräusche zu hören? Ihr würdet kaum etwas von der lärmenden Menschenmasse mitkriegen, weil eure Ohren nicht auf diese Tonfrequenz abgestimmt sind. Aber das Pfeiffen würdet ihr dann laut und deutlich hören. Auf die gleiche Weise "hört" sich SETI@home auf ganz spezifischen Kanälen (oder Frequenzen) nach interessanten Signalen um, die klar von Nebengeräuschen zu unterscheiden sind. Mit eurer Hilfe, kann SETI@home eine der wohl präzisesten der jemals durchgeführten Suchen starten. Euer Computer "hört" das Universum nach Signalen ab, die nicht breiter sind als 0.07 Hz

Was passiert, wenn die Suche erfolgreich ist? Was wenn ausserirdische Signale empfangen werden? Die SETI-Gemeinschaft hat ein Übereinkommen getroffen - festgehalten in der "Declaration of Principles". Diese legt fest, dass alle anderen Parteien sowie der Rest der Welt informiert werden müssen, sobald eine namhafte Entdeckung gemacht wurde.

Zuerst müssen die Entdecker auf alle möglichen Arten selbst überprüfen, dass das Signal auch tatsächlich von Aliens stammt. Dann können die Entdecker andere Fachleute angehen, und sie um eine unabhängige Überprüfung der Signale bitten. Wenn der Test bestanden wird, können die Entdecker die Information an alle Wissenschaftler, an den Generalsekretär der Vereinten Nationen und die Öffentlichkeit weiterleiten. Alle gesammelten Daten werden der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur weiteren Analyse zur Verfügung gestellt. Wie ihr seht, ungeachtet aller Verschwörungstheorien die bei wissenschaftlichen Randgruppen umgehen, wird kein Versuch unternommen, irgendwelche Daten vor der Öffentlichkeit zu verbergen oder zu unterschlagen.

Mit ein wenig Glück, werden wir noch zu unseren Lebzeiten erfahren, ob wir in unserer Galaxie alleine sind. Ich bin voller Zuversicht, dass wir da draussen viele Freunde finden werden.


Ins Deutsche übersetzt von: Silvia Michel - Copyright 1999 SETI@home

Quelle : alien.de